#1

Blutopfer bei Ritualen

in Spiritueller Satanismus 23.06.2018 13:52
von urakaabarameel • Akolythin | 133 Beiträge | 232 Punkte

Hallo zusammen!

Die Idee, die Gunst seines Gottes durch ein Blutopfer zu gewinnen, ist uralt. Zu alttestamentarischer Zeit wurde der Gott Jahwe durch ein Lamm milde gestimmt. Mich interessiert, was dahintersteckt.
Ist das einfach ein längst überholter Brauch, dass man seinem Gott eben das gibt, was einem am wertvollsten war?

Welche spirituell-magische Bedeutung hat Blut? Damit meine ich nicht, dass man unbedingt ein Tier tötet, sondern man könnte bspw. ja sein eigenes Blut opfern, indem man damit das Siegel eines Geistes zeichnet...

Habt ihr Erfahrungen?


Viele Grüße
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#2

RE: Blutopfer bei Ritualen

in Spiritueller Satanismus 25.06.2018 10:01
von Abaddon • Hohepriester des Aeons | 180 Beiträge | 435 Punkte

Hallo urakaabarameel,
Hab mal etwas recherchiert ;):
Das Blutopfer im Kontext einer Deutung von Blut als einem Symbol von Vitalität und Träger von Lebenskraft blickt auf eine lange Geschichte zurück, schon Homers Odysseus lockt bei seiner Reise in die Unterwelt die Seelen der Verstorbenen, die nach Leben gieren, mit einem Blutopfer an.

Auch in der Darbringung eines Opfertieres ist psychologisch nicht unbedingt der Akt des Tötens an sich, sondern das Vergießen des Blutes (was natürlich den Tod des Opfertieres nach sich zieht) das eigentlich Wesentliche.
Europa: In West- und Nordeuropa sind auch aufgrund fehlender schriftlicher Überlieferung zwar Menschenopfer, aber keine Blutopfer belegt; jedoch lassen sogenannte Opferrinnen oder Einkerbungen auf Opfersteinen Rückschlüsse auf die Darbringung von Flüssigkeiten als Opfer schließen. Ob es sich dabei um Blut-, Milch- oder Trankopfer gehandelt hat, bleibt ungeklärt. Hinweise für eine dahingehende Praxis ergeben sich aus den Tier- und Menschenopfern im Südeuropäischen bzw. im Mittelmeer-Raum. Als symbolisches Blutopfer könnte auch der Ritus in den christlichen Gemeinden verstanden werden ("Christus, der sein Blut für uns hingegeben hat"). Auch in der Sprache und in bestimmten Redewendungen finden sich noch Belege für solche Riten, wenn etwa im Rahmen von gewaltsamen Ereignissen vom Blutvergießen also dem Vergießen von Blut die Rede ist oder in der Vorstellung, dass ein ursprünglicher Zustand, z. B. verletzte Ehre (vgl. Şeref, Namus) oder eine schwere Schande, nur durch Blut gereinigt oder getilgt werden kann, um das soziale Gefüge wiederherzustellen (Ehrenmord).

Orient: Animalische Opfer haben eine lange belegte Tradition im Orient. Aus dieser Opferungs-Tradition heraus hat sich auch jene religiöse Form der Schlachtung entwickelt die nach jüdischem oder islamischem Ritus abläuft. Und auch die Hysterie um angebliche Kindsmorde durch Juden, die bis in die Neuzeit in Europa auftrat, gehört dazu. Die Parallelen zur jüdischen Schächtung und die Rolle, die Blut bei diesen Opferungs-, Mordfantasien spielt, sind offensichtlich. Allerdings dienten sie lediglich dazu, eigene Vorurteile zu projizieren; kein einziger Fall ist tatsächlich bekannt. Durch die Kindsmordphantasien ausgelöst wurden indes mehrfach Gewaltorgien gegenüber der jüdischen Bevölkerung, die alles was man den Juden fälschlich vorgeworfen hat, in den Schatten stellten.

Mit dem Ausbluten lassen des lebenden Tieres wird in einem übertragenen Sinn die ganze Lebenskraft des Tieres entfernt und auf der "heiligen" Erde aus welcher das Leben entstammt vergossen bzw. an Gott zurückgegeben, von welchem sie gekommen ist (siehe Schächten). Es ist klar, dass diese Art der Schlachtung für Außenstehende befremdend wirkt wenn man sich diese Zusammenhänge nicht vergegenwärtigt, die säkulare Schlachtung hat die Fleischgewinnung als Hintergrund, die einzigen Regeln nach denen sie sich richtet sind Mindeststandards des Tierschutzes und Hygienemaßnahmen. Der "religiösen" Schlachtung hingegen ist ihre Herkunft aus dem Opferritual noch deutlich anzumerken und dies wird auch durch religiöse Gebote weitertradiert.

Ein unappetitlicher Aspekt ergibt sich aus den Ermordungen durch Kopfabschneiden vor einem religiös-fanatisierten Hintergrund da hier psychologisch an alte Traditionen des Menschenopfers angeknüpft wird. Wer einen Gefangenen bloß ermorden möchte, kann dies auch durch eine Kugel tun (wer ein Tier zum Nahrungsgewinn töten möchte, müsste es nicht lebendig ausbluten lassen, es sei denn vor einem religiösen Hintergrund der auf der Opferpraxis basiert), wobei natürlich eine "grausame" Methode auch die Feinde erschüttern soll, dies geschieht jedoch vor den unbewusst ablaufenden Motivationsketten der beispielsweise dschihadistisch motivierten Mörder, die sich unbewusst einer atavistischen kulturellen Prägung entsprechend verhalten und an alte durchaus auch vorislamische aber durch diesen weitertradierte Formen anknüpfen.

In Indien spielt die Verwendung von Blut in einigen Riten eine Rolle.

Aus den vorkolumbischen Kulturen Mittelamerikas ist bekannt, dass das Opfern von Blut - sei es bei Menschenopfern oder auch im Rahmen einer Selbstverstümmelung - weit verbreitet war. So finden sich etwa aus den Kulturen der Mayas und Azteken zahlreiche Darstellungen, die Priester und Herrscher bei der Darbringung von Blut als Opfer für die Götter zeigen, verbunden mit Selbstverletzung etwa der Zunge oder der Genitalien. Oft steht dies im Zusammenhang mit Fruchtbarkeitsriten, welche die neue Ernte sichern sollten.



Ich persönlich habe etwas Erfahrung mit der Verwendung von Blut, jedoch würde ich niemals ein Tier bzw. ein Lebewesen opfern um magisch zu arbeiten. So etwas ist einfach nicht nötig.
Da ich ein Pakt-gebundener Satanist bin, habe ich damals meinen Pakt mit IHM mit meinem Blut unterzeichnet. Hier reichen jedoch ein paar Tropfen aus, um den Pakt zu besiegeln. Jedoch muss man bei so etwas einige Dinge beachten! Falls Interesse besteht kann ich euch gern ein paar Dinge dazu erläutern!
Ich hoffe meine Antwort hilft dir ein wenig :)!


Hail Satan!
Domine Lucifere, per omnia saecula saeculorum!

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#3

RE: Blutopfer bei Ritualen

in Spiritueller Satanismus 25.06.2018 19:33
von urakaabarameel • Akolythin | 133 Beiträge | 232 Punkte

Ohaa! Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Mit dem Thema werde ich mich auf jeden Fall weiter befassen.


Viele Grüße
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#4

RE: Blutopfer bei Ritualen

in Spiritueller Satanismus 16.07.2018 23:08
von Asmodea • Akolythin | 191 Beiträge | 933 Punkte

Blutopfer von meinem eigenen Blut wende ich auch in allen Paktritualen an. Ich habe damit beste Erfahrungen gemacht. Ausser einmal wo ich es übertrieben habe. Nun kenne ich da jedenfalls mein Limit!
Hail Satan!!


Hail Satan!!!
Tasa reme laris Satan! Ave Satanas!
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#5

RE: Blutopfer bei Ritualen

in Spiritueller Satanismus 16.07.2018 23:11
von Asmodea • Akolythin | 191 Beiträge | 933 Punkte

Kompliment an dich ehrwürdiger Bruder Abaddon,
Du hast hervorragend recherchiert zu dem Thema!
Hail Satan!!


Hail Satan!!!
Tasa reme laris Satan! Ave Satanas!
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